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Interview mit den Profis der Branche: Mareike Lohmann (Chemische Fabrik Dr. Weigert) im Gespräch

Chemische Fabrik Dr. Weigert  - Mareike Lohmann im Gespräch1. Für welches Unternehmen arbeiten Sie und was sind dort Ihre Aufgaben?
Ich vertrete die Firma Chemische Fabrik Dr. Weigert GmbH & Co. KG. Dort bin ich in der Abteilung Anwendungstechnik tätig und verantwortlich für den Bereich Küchenhygiene.

2. In welchem Bereich ist ihr Unternehmen tätig und welche Zielkunden werden angesprochen?
Die Firma Dr. Weigert ist ein mittelständisches Unternehmen, wurde 1912 in Hamburg gegründet und ist bis heute dort ansässig. Wir bieten umfassende Hygienelösungen im Bereich der Profi-Küche, bei der maschinellen Reinigung und Desinfektion in der Labor- und Medizintechnik sowie in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie an. Unsere Zielgruppe im Bereich der Küchenhygiene umfasst die Gemeinschaftsverpflegung, beispielsweise in Krankenhäusern und Seniorenheimen, Betriebsrestaurants oder auch Großküchen in Hotels und in der Gastronomie. Für dieses Anwendungsgebiet entwickeln und vertreiben wir leistungsstarke Reinigungs- und Desinfektionsprodukte und innovative dosiertechnische Lösungen. Das alles wird flankiert von einem umfassenden Serviceangebot. In Deutschland haben wir über vierzig Außendienstmitarbeiter, die unsere Kunden aktiv betreuen.

3. Wie zentral ist das Thema Hygiene für Ihr Unternehmen?
Absolut zentral, unser Slogan lautet schließlich „Dr. Weigert – Hygiene mit System“. Das fängt damit an, dass wir in Hamburg eine große Forschungs- und Entwicklungsabteilung haben, die gezielt Prozesschemikalien für unsere Zielmärkte entwickelt. Ebenfalls existiert eine eigenständige Abteilung Mikrobiologie und Hygiene mit einem eigenen Labor, was für einen Mittelständler in diesem Bereich außergewöhnlich ist. Weiterhin gibt es eine große Abteilung Anwendungstechnik, der auch ich angehöre. Dort geht es gezielt um die Schnittstelle zwischen dem Dr. Weigert Know-how und den Anforderungen unserer Kunden. Wir unterstützen beispielsweise Kunden, aber auch unsere Fachberater, wenn diese auf besonders schwierige und komplexe Probleme stoßen. Das Gute daran ist, dass diese Bearbeitung oftmals exemplarischen Charakter hat. Das heißt, es können zukünftig auch andere Kunden von diesem Wissen profitieren.

4. Wo liegen bei Ihnen die Schwerpunkte im gesamten Hygienekonzept eines Betriebes / einer Großküche? Mit welchen Herausforderungen haben Sie täglich bei Ihren Kunden zu tun?
Im Bereich der Profiküchen beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir unseren Kunden mit welchen organisatorischen Maßnahmen und mit welchen Reinigungs- und Desinfektionsprodukten helfen können, um einen hygienisch sicheren und wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Dies betrifft sowohl die manuelle Reinigung als auch alle maschinellen Prozesse, wie zum Beispiel der Betrieb der Geschirrspülmaschine. Bei einem Neukunden machen wir zunächst eine Bestandsaufnahme, führen eine Prozessoptimierung durch und legen anschließend großen Wert auf den Regelservice, welcher auch Schulungen umfasst.
Im Bereich der Hygiene ist die Hygienesicherheit natürlich primär, gerade weil wir oftmals in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern und Seniorenheimen tätig sind. Daneben ist das Thema Arbeitssicherheit und Personalschutz wichtig, ebenso wie das Thema Nachhaltigkeit und der Einsatz ökologischer Produkte.
Schließlich, wenig überraschend, ist die Wirtschaftlichkeit entscheidend. Unsere Hygiene-Konzepte und unsere Reinigungs- und Desinfektionsmittel müssen am Ende des Tages für unsere Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten.

5. Was macht Ihren Betrieb bzw. Ihre Arbeit so besonders? Wo liegt Ihre Stärke?
Unsere Stärke liegt zweifelsohne darin, dass wir den gesamten Hygieneprozess im Auge behalten. Dafür können wir die entsprechende Kompetenz mit den entsprechenden Abteilungen und Mitarbeitern zur Verfügung stellen und liefern natürlich erstklassige hochspezialisierte Reinigungs- und Desinfektionsprodukte. Historisch gesehen haben wir den Prozess des maschinellen Geschirrspülens von Anfang an begleitet, seit den 60er Jahren. Das ist ein immenser Vorteil, weil heutzutage der Hygieneprozess in vielen Bereichen automatisiert ist und weiter automatisiert wird. Ohne das entsprechende Know-how kann man für den Kunden weder wirtschaftlich noch hygienisch erfolgreich tätig werden.

6. Welchen Stellenwert hat eine gute Betriebshygiene für Ihre Kunden und woran machen sie es Ihrer Meinung nach fest?
In sensiblen Bereichen ist der Stellenwert der Hygiene natürlich herausragend. Wenn in einem Pflegeheim ein Noroviren-Ausbruch erfolgt, kann das katastrophale Folgen haben. Aber es kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Die Gemeinschaftsverpflegung arbeitet immer stärker kundenorientiert, was heißt, dass die Qualität des Essens ein Aushängeschild einer Einrichtung sein kann – oder umgekehrt, bei mangelnder Qualität, für ein schlechtes Image sorgt. In diesem Zusammenhang ist Hygiene und Sauberkeit ein weiterer Baustein, der den Unterschied machen kann. Wenn Sie ihren Gästen, seien es Patienten, Bewohner oder Mitarbeiter, das Essen auf Tellern servieren, die durch einen massiven Stärkeaufbau auffallen oder die Mahlzeit mit einem Besteck kombinieren, das nicht fleckenfrei ist, wirft das sicherlich kein gutes Licht auf die Einrichtung.
Aber eine gute Hygiene ist auch ein Zeichen nach „Innen“, an die eigenen Mitarbeiter, dass man die eigene Profession ernst nimmt und sich kümmert. Für uns heißt das, dass wir mit dem Kunden nicht nur dafür sorgen müssen, dass die Hygieneresultate stimmen, sondern auch die Mitarbeiter im Blick haben. Die Prozesse müssen gut implementiert werden, die Mitarbeiter müssen verstehen, warum Hygiene erforderlich ist; die Fragen des Arbeitsschutzes sind wichtig. Denn letztendlich funktioniert Hygiene nur, wenn alle Mitarbeiter mitdenken und Verantwortung übernehmen.

7. Wie halten Sie sich bezüglich aktueller Entwicklungen im Hygiene-Bereich auf dem neuesten Stand?
Wir sind auf vielen Ebenen mit den entsprechenden Verbänden und Gremien nicht nur in Kontakt, sondern arbeiten dort auch sehr aktiv mit, wie zum Beispiel beim IHO (Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz) oder im DIN, wo wir z.B. bei der Erstellung einer europäischen DIN-Norm für die hygienischen Anforderungen des gewerblichen Geschirrspülens mitarbeiten. Über diese Verbände bzw. Gremien werden ein Großteil der regulativen Anforderungen für den Hygienebereich kommuniziert. Daneben tauschen wir uns regelmäßig mit unseren Rohstofflieferanten aus, die uns oftmals sehr frühzeitig Infos bzw. Trends mitteilen können. Wichtig ist auch der Austausch mit unseren Partnern im Markt, zum Beispiel mit den Herstellern von Spülmaschinen oder von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten. Das alles ist kein Selbstzweck, sondern soll am Ende des Tages dazu dienen, dass wir unseren Kunden Produkte und Serviceleistungen anbieten können, die nicht nur den gesetzlichen Vorgaben und dem Stand der Technik entsprechen, sondern auch innovative neue Wege aufzeigen können. Dazu bietet sich natürlich auch die Plattform des Hygiene-Netzwerkes an.

Dr. Weigert ist Partner im Hygiene-Netzwerk >>>
 

 

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