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Dresdens Ekelbilanz: Bioexperimente, Mäuseplage und Dachs-Menü - Hygieneschulung

Dresdens Ekelbilanz: Bioexperimente, Mäuseplage und Dachs-MenüWährend Lebensmittelüberwacher im Jahr 2018 zwar alle Hände voll zu tun hatten, jedoch große Schwierigkeiten ausblieben, kommt 2019 durch ein Internetphänomen viel Arbeit auf sie zu.

Die insgesamt 35 Mitarbeiter der Dresdener Lebensmittelüberwachung brachten im vergangenen Jahr wieder sehr viel Unappetitliches ans Licht, was sehr abschreckend ist: Ein Dachs auf dem Teller, eine Mäuseplage im Supermarkt und Dresdens kurioseste Geschirrspülmaschine sorgen für Aufmerksamkeit. Laut Kerstin Normann, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, sei zwar nicht von größeren Katastrophen zu sprechen, jedoch ist Dresdens Ekelbilanz sehr beachtlich.
Im vergangenen Jahr wurden immerhin bei 8364 Kontrollen (2017:8227) 2337 Proben entnommen (2017:2230). Diese Kontrollen wurden in Restaurants (60 Prozent), im Einzelhandel (32 Prozent) und bei Fleischern und Bäckern (4 Prozent) durchgeführt, die meisten Betriebe, die in Dresden mit Lebensmitteln im Kontakt sind, verteilen sich auch auf diese drei Sparten. Während 2017 noch 16,8 Prozent der entnommenen Proben beanstandet wurde, stieg der Wert nun auf ein Fünftel an.
Demzufolge wurden fünf Strafverfahren nach Ermittlungen der Lebensmittelkontrolleure eingeleitet. Zwei Restaurants, eine Fleischerfiliale und eine Betriebskantine mussten sogar vorübergehend geschlossen werden.
Amtsleiterin Normann weist darauf hin, dass die meisten Beanstandungen, nämlich 76 Prozent, Kennzeichnungsmängel aufweisen.
Sie sagt, dass es da fortlaufend neue Vorschriften gäbe, die teilweise sehr detaillierte Angaben enthalten. Auch für ihre Mitarbeiter sei das Mithalten da schwierig.
Für manches gibt es dennoch keine Erklärung. So brachte ein Lebensmittelhändler bei Zuckerstangen die Warnung vor „Glutaren“ an, obwohl er eigentlich die verwendeten Farbstoffe dort hätte aufführen müssen.
Abgesehen davon werden die Gäste immer mehr in die Irre geführt. Beispielsweise wird bei Festen unter anderem Prosecco verkauft, der in Wirklichkeit nur billiger Vino Frizzante ist.
Bei einem Dachs wurde außerdem eine Trichinenschau vorgenommen, die man normalerweise nur bei Haus- und Wildschweinen üblich ist. Ein Jäger wollte das Tier essen, so Amtstierarzt David Kaiser.

Kontrollen werden nur noch zu zweit durchgeführt

40 Prozent der Betriebe wurden im Vieraugenprinzip überprüft. Zum einem aus dem Grund, damit bei größeren Anlagen der Überblick nicht verloren wird und zum anderen damit bei bestimmten Unternehmen erfahrungsgemäß während einer Kontrolle weniger koschere Sachen nicht verschwinden. Amtstierarzt Kaiser betont, dass man dies zu zweit besser im Blick habe. Außerdem geht es hier auch um Selbstschutz, da es viele Betriebe gäbe, in denen keiner richtig deutsch könne und man es auf einmal mit sehr vielen Menschen zu tun habe, so Amtsleiterin Normann. Direkt ausgesprochene Bedrohungen seien zwar selten, dennoch ist man zu zweit sicherer.
Das tägliche Leben als Lebensmittelüberwacher kann jedoch sehr auf den Magen schlagen, wenn man beispielsweise in einem Lager einen Sack mit Lebensmitteln findet, an dem Mottenlarven kleben.
Laut Abteilungsleiterin Lillian Raffelt geschieht dies auch nicht gerade selten, es könne zum Beispiel auch passieren, dass so was vom Hersteller eingeschleppt wurde. Lebensmittelüberwacher dürfen demzufolge nicht zimperlich sein.
Im letzten Jahr traten mehrfach Fraßschäden durch Mäuse in verschiedenen Supermarkt-Filialen auf. Vielfach kontrollierten die Fachleute diese Betriebe. Während einmal gar nichts zu bemängeln war, fanden sie danach wieder Mäuseköttel, gefolgt von durchgenagten Chipstüten oder sahen gar der Maus direkt in die Augen, die sich gerade durch eine Lebensmittelverpackung gefressen hat.

Frittenfett vom Vorjahr und Geschirrspüler in der Werkstatt

Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen. Es beginnt mit von Speiseresten verkrusteten Herden, die beanstandet werden oder eine fehlende Kühlung, wenn beispielsweise die alte Bratpfanne auf einer Packung Hackfleisch liegt.
Weiter geht es mit defektem Material, wie eine vollkommen zerkratzte Pfanne, bei der die Teflonbeschichtung komplett verschwunden zu sein scheint.
Mangelnde Hygiene führt schließlich zu Problemen, wenn beispielsweise der Geschirrspüler nicht richtig eingestellt ist und deswegen Stärkereste auf dem Geschirr zurückbleiben.
Lebensmittelüberwacher können dies mit einer Jod-Lösung nachweisen, die die normalerweise weißen Teller lila färbt.
Manche Unternehmen können mit Hygiene jedoch absolut gar nichts anfangen. Ein Imbissbetreiber brachte seinen Geschirrspüler einfach in die nächste Autowerkstatt, wo er als Ablage für dreckige Handschuhe, Aschenbecher und Feuerzeuge fungiert und von einer dicken Dreckkruste versehen ist. Auch treten immer mehr Probleme mit altem Frittenfett auf, im schlimmsten Fall besteht dieses nur noch aus einer dunklen, zähflüssigen Masse, in der alte Panade treibt.

Meistens ist es jedoch so, dass die Kontrollen positive Ergebnisse liefern. Abteilungsleiterin Raffelt sagt, die turnusmäßig und angekündigten Kontrollen verliefen meistens ohne Beanstandungen. Lediglich 2,3 Prozent und damit 91 Betriebe seien 2018 mit Verstößen aufgefallen.
Im Amt wird derzeit über Neuanstellungen nachgedacht, da sich eine Initiative privater Lebensmittelüberwacher unter dem Namen „Topf Secret“ im Internet organisieren. Sie haben das Ziel bei der Behörde das letzte Ergebnis der Hygieneüberprüfung bei einem bestimmten Betrieb herauszufinden und dieses dann im Internet zu veröffentlichen. Sie melden sich außerdem mit konkreten Hinweisen. Insgesamt 196 von solchen Anträgen, welche alle einen Prüfungsprozess von mehreren Monaten zur Folge haben, kamen bisher bei den Lebensmittelüberwachern an. Im Vergleich zum gesamten Jahr 2018 gab es 183 Bürgerbeschwerden.

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Derzeit verursachen 2 Plattformen in Kreisen der Gastronomie / Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung und jedem anderen Lebensmittelunternehmen großes Aufsehen. Zum einen handelt es sich hierbei um die staatliche Veröffentlichung von Hygieneverstößen durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer, zum anderen um die Plattform der Nichtregierungsorganisation Foodwatch mit dem Namen „TopfSecret“.
Was ist hierbei der Unterschied und wie sollten Sie damit umgehen, wenn Sie hiervon betroffen sind?
Zunächst werden wir Ihnen den Unterschied der beiden Plattformen erklären und Ihnen Hinweise geben, was hierbei für Sie zu beachten und evtl. auch vorbeugend zu tun ist.
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